Die gymnasiale Oberstufe am AD

Grundlage für die gymnasiale Oberstufe ist die Allgemeine Prüfungsordnung für die Gymnasiale Oberstufe, kurz: APO-GOSt (https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Recht/Schulrecht/APOen/GY-Oberstufe-SekII/APO-GOSt.pdf)).

Sehr informativ und hilfreich ist auch die Infobroschüre des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes NRW (Die gymnasiale Oberstufe an Gymnasien und Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen. Informationen für Schülerinnen und Schüler, die im Jahr 2018 in die gymnasiale Oberstufe eintreten.).


1. Allgemeines

Die gymnasiale Oberstufe (oder Sekundarstufe II) setzt die Sekundarstufe I (d.h. die Jahrgangsstufen 5-9) fort und schließt mit der Abiturprüfung ab. Sie dauert drei Jahre und ist unterteilt in

  • die Einführungsphase (EF = Jahrgangsstufe 10) und
  • die zweijährige Qualifikationsphase (Q1 und Q2 = Jahrgangsstufen 11 und 12).
  • Die Einführungsphase (EF) dient der Eingewöhnung: Schülerinnen und Schüler werden mit den inhaltlichen und methodischen Anforderungen der gymnasialen Oberstufe vertraut gemacht.
  • Die Qualifikationsphase (Q 1 und Q 2) baut darauf auf und bereitet systematisch auf die Abiturprüfung vor. Leistungen der Qualifikationsphase gehen in die Abiturnote ein.
  • Die Abiturprüfung findet am Ende des zweiten Jahres der Qualifikationsphase statt.

Voraussetzungen für den Besuch der gymnasialen Oberstufe am AD Jeder, auch Schülerinnen und Schüler anderer Schulen und Schulformen, kann in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe am AD aufgenommen werden,

  • wenn sie / er an einem Gymnasium die Versetzung am Ende der Klasse 9 erreicht hat,
  • oder wenn sie / er an anderen Schulformen durch den Mittleren Schulabschluss (Fachoberschulreife) die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe erworben hat.
  • In die Einführungsphase kann in der Regel nur neu aufgenommen werden, wer das 19. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

2. Mögliche Abschlüsse

Grundsätzliches Ziel der Gymnasialen Oberstufe am AD ist das Erreichen der Allgemeinen Hochschulreife, die mit dem Bestehen der Abiturprüfung erworben wird. Neben der Allgemeinen Hochschulreife können natürlich auch alle anderen niedrigeren Abschlüsse erworben werden:

  • Schulischer Teil der Fachhochschulreife:

    „Schülerinnen und Schüler, die die gymnasiale Oberstufe vor dem Abitur verlassen, können bei entsprechenden Leistungen den schulischen Teil der Fachhochschulreife erwerben. Dies ist frühestens am Ende des ersten Jahres der Qualifikationsphase möglich. Die zugrunde gelegten Leistungen müssen in zwei aufeinander folgenden Halbjahren erbracht worden sein“ (Genaueres dazu: § 40 a APO-GOSt und das „Merkblatt zum Erwerb der Fachhochschulreife“ unter www.schulministerium.nrw.de).

    Der schulische Teil der Fachhochschulreife wird gemäß der „Vereinbarung zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe in der Sekundarstufe II“ von den Bundesländern mit Ausnahme von Bayern und Sachsen gegenseitig anerkannt.

    Die volle Fachhochschulreife wird zuerkannt, wenn zusätzlich zum schulischen Teil der Fachhochschulreife eine Berufsausbildung nach Bundes- oder Landesrecht beziehungsweise ein einjähriges gelenktes Praktikum nachgewiesen wird.

  • Mittlerer Schubschluss

    Schülerinnen und Schüler des gymnasialen Bildungsgangs erwerben in der Regel den Mittleren Schulabschluss mit der Versetzung in die Qualifikationsphase.

  • Hauptschulabschluss nach Klasse 10

    Schülerinnen und Schüler des gymnasialen Bildungsgangs erwerben am Ende der Einführungsphase einen dem Hauptschulabschluss nach Klasse 10 gleichwertigen Abschluss, wenn die Versetzungsanforderungen der Hauptschule sowie die Bedingungen für die Zuerkennung des Hauptschulabschlusses erfüllt sind.


3. Merkmale der gymnasialen Oberstufe

  • Kurssystem statt Klassenverband (wie in den Jahrgangsstufen 5-9); ab der Q1 findet auch eine Einteilung in Grund- und Leistungskurse statt.
  • Mischung von verbindlichen Fächern (Pflichtkursen) und individuellen Schwerpunktsetzungen (z.B. durch die Wahl der Leistungskurse und der vier Fächer für die Abiturprüfung).
  • Dauer: In der Regel drei, wenigstens zwei und höchstens vier Jahre. (Wer innerhalb der Vierjahresfrist die Zulassung zur Abiturprüfung nicht mehr erlangen kann, muss die gymnasiale Oberstufe verlassen.)
  • Ausnahme: Die Höchstverweildauer von vier Jahren kann überschritten werden, um eine nicht bestandene Abiturprüfung zu wiederholen.
  • Benotungssystem: Am Ende eines Halbjahres wird aus den Leistungen der „Sonstigen Mitarbeit“ und den Klausuren (falls das Fach schriftlich belegt ist) eine Kursabschlussnote gebildet.
  • In der Einführungsphase gilt die Notenskala von „1“ bis „6“.
  • In der Qualifikationsphase werden die Noten in ein Punktsystem umgesetzt; es reicht von der Note „1+“ (= 15 P.) bis zur Note „6“ (= 0 P.).
  • Nicht nur mangelhafte, sondern auch schon schwach ausreichende Leistungen (4 Punkte) gelten in der S II als „Defizite“.
3.1. Fächer in der SII am AD

Alle Unterrichtsfächer in der gymnasialen Oberstufe sind folgenden drei Aufgabenfeldern zugeordnet. Jedes Aufgabenfeld muss durchgängig bis zur Abiturprüfung repräsentiert sein:

  • 1. dem sprachlich-literarisch-künstlerischen; am AD werden z.Zt. folgende Fächer angeboten:

    • Deutsch,
    • Englisch,
    • Französisch,
    • Lateinisch,
    • Altgriechisch (als AG),
    • Kunst,
    • Literatur (ab Q1) und
    • Musik,
  • 2. dem gesellschaftswissenschaftlichen; am AD:

    • Geschichte,
    • Erdkunde,
    • Philosophie und
    • Sozialwissenschaften (nicht als GK, sondern nur als Ergänzungskurs in Q2),
  • 3. dem mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen; am AD:

    • Mathematik,
    • Physik,
    • Informatik,
    • Chemie und
    • Biologie.

    Religionslehre und Sport gehören keinem Aufgabenfeld an.

3.2. Vertiefungsfächer / Quereinsteiger
  • Vertiefungsunterricht in der EF dient der individuellen Förderung, um z.B. Lücken in zentralen Fächern zu schließen und die Eingangsvoraussetzungen anzugleichen (dies ist vor allem für Quereinsteiger von anderen Schulen oder Schulformen interessant).
  • Vertiefungsunterricht wird insbesondere in Deutsch, Mathematik und den Fremdsprachen angeboten. Der Unterricht setzt an dem individuellen Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler an und fördert sie auf allen Leistungsniveaus.
  • Projektkurse werden in der Qualifikationsphase zur freien Wahl angeboten. Sie bieten Inhalte an, die im klassischen Fächerkanon nicht abgedeckt werden können, sind aber an die in der Qualifikationsphase unterrichteten Fächer (Referenzfächer) angebunden; z.Zt. gibt es am AD folgende Projektkurse:
    • Projektkurs Englisch: Vorbereitung auf das Cambridge Certificate
    • Einführung in das Textverarbeitungsprogramm LATEX.

4. Das Kurssystem der Oberstufe

  • Die Fächer werden in der Einführungsphase in Grundkursen und
  • ab der Qualifikationsphase in Grund- und Leistungskursen unterrichtet.
  • Grundkurse werden dreistündig unterrichtet.
  • In der Qualifikationsphase werden zwei Fächer als Leistungskurse gewählt. Sie werden fünfstündig unterrichtet.
  • Grund- und Leistungskurse unterscheiden sich im Umfang der Themen, in der Intensität und in der Komplexität ihrer Behandlung.
  • Das AD bietet zur Zeit in Kooperation mit dem Theodor-Heuss-Gymnasium folgende sieben Fächer als LK an:
    • Deutsch,
    • Englisch,
    • Lateinisch,
    • Geschichte,
    • Mathematik,
    • Biologie,
    • Physik.

5. Gesamtqualifikation (der „Abi-Schnitt“)

Die Gesamtqualifikation besteht aus zwei Bereichen:

  • Block I: Leistungen in den für die Zulassung zur Abiturprüfung anrechenbaren Kursen der Qualifikationsphase,
  • Block II: Leistungen in der Abiturprüfung (die Ergebnisse in Block werden fünffach gewertet).
  • Zwei Drittel der Gesamtqualifikation (= maximal 600 Punkte) werden durch Leistungen in Block I und ein Drittel (= maximal 300 Punkte) wird durch Leistungen in Block II erworben.
  • In den beiden Blöcken müssen insgesamt mindestens 300 Punkte erreicht werden (200 Punkte in Block I und 100 Punkte in Block II); dies entspricht einem Durchschnitt von glatt ausreichenden Leistungen (= 5 Punkte) in allen in eingebrachten Kursen und Prüfungen.
  • Alle in Block I und Block II erbrachten Leistungen werden aufaddiert und entsprechen einer bestimmten „Abiturdurchschnittsnote.“

6. Weitere Fragen

Auslandsaufenthalt
  • Ein Auslandsaufenthalt findet in der Regel in der EF statt, ein Auslandsjahr kann aber auch noch zwischen der EF und der Q 1 eingeschoben werden,
  • er wird nicht auf die Höchstverweildauer angerechnet,
  • das zweite Jahr der Qualifikationsphase kann nicht für einen Auslandsaufenthalt unterbrochen werden.
Latinum / Graecum

Das Infoblatt des Ministeriums zum Latinum ist hier verfügbar (Merkblatt zum Erwerb des Latinum).

Ein Latinum wird am AD gemäß den nachfolgend dargelegten Bedingungen erworben und es wird auf dem Abgangs- oder Abschlusszeugnis ausgewiesen. Das Latinum ist bundeseinheitlich anerkannt und wird nach aufsteigendem Unterricht entsprechend dem Lehrplan für das Fach Latein erworben

  • bei Lateinunterricht von von Klasse 5 oder 6 durch mindestens ausreichende Leistungen (beziehungsweise 5 Punkten) am Ende der Einführungsphase,
  • bei nicht ausreichenden Leistungen am Ende der Einführungsphase oder bei Beurlaubung wegen eines Auslandsaufenthaltes kann das Latinum erworben werden über eine Prüfung zum Erwerb des Latinums.
  • Die Prüflinge werden für diese Prüfung von der Schulleitung spätestens bis zum 1. Februar des Schuljahres, in dem die Prüfung stattfindet, bei der oberen Schulaufsichtsbehörde angemeldet.
  • Die Prüfung umfasst eine dreistündige Klausur und eine mündliche Prüfung im Umfang von 15 bis 20 Minuten. Die Aufgaben der schriftlichen Prüfung werden landeseinheitlich zentral gestellt und von einer Fachlehrkraft der Schule korrigiert und bewertet. Die mündliche Prüfung wird von der Schule durchgeführt.
  • Zur Vorbereitung auf die Prüfung werden jährlich Themen und Autoren genannt. Die Vorbereitung auf die Prüfung liegt in der Verantwortung der Prüflinge und der Erziehungsberechtigten. Die Schule berät die Schülerinnen und Schüler dabei. Ein Anspruch auf ein zusätzliches Unterrichtsangebot besteht nicht.
Kleines Latinum

Ein Kleines Latinum wird erworben nach aufsteigendem Lateinunterricht ab Klasse 5 oder 6, wenn am Ende des der Vergabe des Latinums vorausgehenden Schuljahres (d.h.am Ende der Jahrgangsstufe 9) mindestens ausreichende Leistungen nachgewiesen werden.

Graecum

Ein Graecum kann im Rahmen der Altgriechisch-AG erworben werden durch Ablegen einer Prüfung zum Erwerb des Graecums. Die Rahmenbedingungen dieser Prüfung entsprechen den oben genannten für die Prüfung zum Erwerb des Latinums.


7. Beratung und Information

Das AD informiert und berät ausführlich.

  • Die Jahrgangsstufenleiterinnen und Jahrgangsstufenleiter sind die ersten Ansprechpartner. Sie stehen jederzeit für Beratungsgespräche zur Verfügung.
  • Es finden vor allen wichtigen Weichenstellungen Informationsveranstaltungen statt, besonders zu den Kurswahlen zu Beginn der EF und der Q1 (vgl. aktueller Terminplan).
  • Die dort benutzten Präsentationen sind hier abrufbar: Downloads. In ihnen werden auch Details zur Planung der Schullaufbahn, zur Kurswahl, zur Versetzung und zur Zulassung zum Abitur o.ä. behandelt. Auch Beispiele zu am AD möglichen Schullaufbahnen werden dort besprochen.
  • Für Beratungsgespräche stehen auch der Schulleiter und der Oberstufenkoordinator zur Verfügung (nach Voranmeldung im Sekretariat:Frau Servidio).