„Das Abitur macht mehr Spaß.“ Schlagzeuger Hendrik Schäfer, angehender Abiturient am Albrecht-Dürer-Gymnasium, steht als Solist auf der Bühne beim 87. Freitagskonzert des Hagener Gymnasiums und sichert sich mit seiner musikalischen Leidenschaft die ersten Punkte für die Reifeprüfung.

Der 18-Jährige bringt eine sogenannte besondere Lernleistung mit ins Abitur ein und hat damit fünf anstatt der sonst üblichen vier Prüfungsfächer. „Es gibt die Möglichkeit, ein fachliches Projekt vertiefend zu erarbeiten“, erläutert Ulrich Bornemann, der betreuende Musik-Lehrer der Schule. Schäfer hat eine 30-seitige Facharbeit zur Emanzipation des Soloschlagzeuges in der westlichen Kunstmusik verfasst und präsentierte Theorie und Praxis im Rahmen des traditionellen Freitagskonzerts seiner Schule. „Es ist natürlich eine tolle Sache, dass das, was ich leidenschaftlich betreibe, im Abitur Anerkennung findet“, freut sich Schäfer, der selbst schon zehn Jahre Schlagzeug spielt und als Mitglied des Landesschlagzeugensembles Projekte in Asien und Südamerika bestritt.

Die Vorerfahrung wird auch den Zuschauern in der Aula des Albrecht-Dürer-Gymnasiums schnell bewusst. Schäfer führt koordinativ höchst anspruchsvoll bis zu vier Schlägel gleichzeitig rhythmisch über die verschiedensten Schlagzeuginstrumente wie die klassische Militärtrommel, aber auch lateinamerikanische Bongos und erzeugt damit eine breite klangliche Palette. „Soloschlagzeug ist ein Sammelsurium von Instrumenten und Kulturen“, erklärt der Solist, der zwischen den gespielten Stücken von Hummel, Schlüter und Co. immer wieder eloquent Inhalte seiner Facharbeit einfließen lässt. So erfahren die Besucher, dass die Schlagzeugentwicklung in der Kunstmusik noch relativ jung ist, woraus, laut Schäfer, ein Nachteil resultiere: „Es gibt kein Schlagzeugkonzert von zum Beispiel Mozart oder Brahms.“


Dies stört an diesem Abend aber niemanden, denn Schäfer beeindruckt die Besucher. „Hendrik hat einen breiten Einblick gegeben in die verschiedenen Bereiche des Instruments“, lobt Mitschülerin Carolin Busbach, während Friederike Köller resümiert: „Er ist halt ein super Entertainer.“ Dennoch möchte Schäfer das Schlagzeugspielen nicht zum Beruf machen und strebt stattdessen ein Studium der Politikwissenschaften an: „Die Musik soll ein Hobby bleiben, dann kann es einem auch keiner wegnehmen.“ Genauso wie die Punkte für die Abiturprüfung, die Schäfer nun schon vor den im April startenden Zentralabiturklausuren eingefahren hat.